nano-Control, Internationale Stiftung, www.nano-control.de, Mitteilung für die Presse, 17.02.2009

 

Antwort der Bundesregierung zur Kleinen Anfrage der Grünen
Gefährliches Spiel - Bundesregierung verweigert mögliche Erforschung der Gesundheitsgefahren durch Emissionen aus Laserdruckern!

Millionen Menschen sind allein in Deutschland fast täglich schutz- und ahnungslos den ungefilterten Emissionen aus Laserdruckern ausgesetzt. Immer mehr Schadstoffe - darunter gefährliche Schwermetalle, flüchtige  organische Verbindungen, ultragiftiges Di- und Tributylzinn, und Azofarbstoffe- werden in Tonern und in der Abluft der Geräte festgestellt. Laserdrucker belasten die Raumluft mit bis zu einer Milliarde Partikel pro Seite, darunter auch metallische Nanopartikel. Seit vielen Jahren gibt es massive Hinweise auf schwere Gesundheitsschädigungen. Schwermetalle aus Tonern werden immer öfter im Blut und Urin der Betroffenen nachgewiesen und Tonerpartikel konnten in den Lungenzellen eines an Lungekrebs verstorbenen Mannes nachgewiesen werden. Versuche mit Markentonern an menschlichen Lungenzellen ergaben gentoxische und zytotoxische Effekte, d.h. die Zellen wurden zerstört. und selbst das Bundesinstitut für Risikobewertung schließt Risiken nicht mehr. Namhafte Wissenschaftler, darunter Allergologen, Toxikologen, Arbeits- und Umweltmediziner, Partikelforscher und Messtechniker habe sich zum  Freiburger Kreis (FK) zusammengeschlossen und fordern von der Politik schnellstens die Kernfrage der Wirkung zu erforschen. Ein Studienentwurf wurde vorgelegt. Für rund eine Million Euro ließe sich innerhalb eines Jahres die gesundheitliche Wirkung von Emissionen aus Laserdruckern auf den Menschen klären. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) sieht sich jedoch unzuständig und die Bundesregierung will die Frage der Wirkung nicht erforschen. Dies ist die entscheidende Aussage in der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen. Hinter der Weigerung steckt offenbar ein Deal des Bundesumweltministeriums mit der mächtigen internationalen Druckerindustrie. Während Millionen Menschen in einem riesigen Feldversuch tagtäglich weiter einen unkalkulierbaren Mix aus Schadstoffen und Partikeln einatmen,  versucht man weiter Zeit zu gewinnen. Dies ist ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit der Bevölkerung!

Die Stiftung nano-Control wird für die Erforschung der Risiken sorgen und engagiert sich mit dem Projekt sicher drucken (www.sicher-drucken.de) gemeinsam mit europäischen Unternehmen für Lösungen. Hieraus könnten sich globale Marktchancen ergeben, zum Beispiel für die Hersteller von Papier, Filtern und Luftreinigungstechnik. Die Stiftung nano-Control unterstützt den Antrag der Grünen, die von der Bundesregierung fordert, die Bevölkerung vor Laserdruckern zu schützen.

 

Die Antwort (Drucksache 16/11728) der Bundestagsregierung auf die erneute Anfrage der Grünen zu Emissionen aus Laserdruckern und Kopiergeräten liest sich eher unspektakulär. Man erfährt, dass Jahr für Jahr über 7 Millionen neue Geräte verkauft werden, dass weiter an den Emissionen ultrafeiner Partikel geforscht werden soll.  Möglicherweise sollen dann auch Grenzwerte und die Akzeptanzwerte für ein „stoffübergreifenden Risikokonzept“ erprobt werden. Die Einführung von Grenzwerten für ultrafeine Partikel für das Umweltzeichen „Blauer Engel“ ist nicht vorgesehen.

Bestehende Grenzwerte des Blauen Engels werden nicht kontrolliert. Auch bei festgestellten 100fachen Grenzwertüberschreitungen, z. B. beim Leukämie erregenden Benzol, sieht die Bundesregierung keinen Handlungsbedarf.

Die Bundesregierung räumt ein, dass der sog. Aimes-Test, mit dem Toner auf Mutagenität getestet werden, für Aussagen auf den Menschen eher ungeeignet ist.

Bei vielen Fragen, z.B. zur Schadstoffbelastung von Tonern zeigt sich die Bundesregierung erschreckend ahnungslos. Das Erkenntnisinteresse ist erstaunlich gering. Obwohl Filter nachweislich die Emissionen aus Laserdruckern erheblich mindern können, hat die Bundesregierung offenbar nicht vor, diesen Lösungsansatz  zu fördern.

Angesichts der Tatsache, dass jeder zehnte registrierte Servicetechniker Krebs hat, ist die Haltung der Bundesregierung gegenüber stark exponierten und besonders schützbedürftigen Personen, völlig inakzeptabel und verantwortungslos.

Selbst beim Einsatz von Laserdruckern in Kinderzimmer, Arztpraxen  und Krankenhäusern sieht die Bundesregierung keine Probleme.  Sie rät die Geräte separat zu stellen und zu lüften.